Die Zeit der 0 8 15 Weihnachtsmärkte ist ja nun schon mehrere Tage wieder ausgebrochen, da mussten auch schon die ersten Saufnasen ins Krankenhaus. Hoch die Tassen, auf uns, hoch die Tassen, wie wird mir denn...
Schwere Schnapsvergiftung, Pfusch am Gebrannten. Ich hab mir den Artikel in der Revolver-BZ nicht weiter durchgelesen aber die Gilde der Buden- und Bratwurstmafioten soll wohl was von Scham und Schande jammern.
In good old Westberlin lauert auf der Wilmersdorfer, dem Bumsbomber des ungepflegten Konsums, ein ganz besonderes Grauen in Form eines Fahrgeschäftes. Der Spandauer taufte es in der Mittagspause schon Nevercomebackkarussell. Gruselige Zeichnungen und Motive an dieser Kettenschleuder sollten eigentlich auch das letzte Kind mit Interesse an einem Drehwurm vergraulen und der Warnhinweis; "Mitfahrende sind bei uns Signal-Iduna versichert", auch dem sorglosesten Vater ein großes Fragezeichen vor die Latichte zaubern. Nicht so die Mutter vom großen Klaus und der kleinen Klaudia, alle drei sollten in den nächsten Minuten unsere Mittagspause unterhaltungstechnisch aufpeppen. Klaudia holte sich tapfer einen 2 Euro Chip für eine runde Runde. Klaus dagegen wurde inzwischen verbalpädagogisch von seiner Mutti in ein frühkindliches Trauma befördert.
"Du bist ja eh zu feige!"
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Guten Tach, möchten sie unseren Glühwein wieder auskotzen?
@ 09. Dez. 2011. – 18:59:48
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Wenn Bayern einen zitieren...
@ 30. Nov. 2011. – 12:18:50
...wohnen sie im Münchener Glockenbachviertel und meckern auf die Gentrifizierung. Zumindest bei einem hab ich wohl den Nagel getroffen, aufn Kopf, meint er zumindest. Daher das Zitatzitat von ihm, wiederum von mir:
"Verdrängungsprozesse wie in Prenzlauer Berg beginnen eben dann, wenn ein Konsummob kritiklos jeden Preis zahlt um jenem Lebensgefühl hinterherzuhecheln, dem sie zwar einen "hohen Lässigkeitsfaktor" andichten, mit dem sie aber aufgrund ihrer Lebensplanung/-einstellung nichts zu tun haben."
Dabei ist mir das ganze Tohuwabu um die Verdrängungsdebatte inzwischen ziemlich egal. Hauptsache Polka, weniger Disco! -
Im Polkabezirk
@ 21. Nov. 2011. – 14:41:10
Umgezogen, GEZ in den Hacken. Allgemeines Problem bei einem Wohnungswechsel, jedoch nicht meines. Aber natürlich wart ick, denn der Wisch kommt bestimmt.
Neue Leute, neue Luft, schön und schnallig ist es als Flüchting in der neuen Gegend, wohin mich die Gentrifizierung vor sich hintrieb, wie der Zickenhirte die Sau in den Stall. Janz normale Leute, wohin man auch guckt. Keine Kreuzberger Lässigtanten, keine Friedrichshainer Brillenzombies, keine Röhrenjeanskraken aus Sonstewo.
Die Nachbarsschaft ist sportlich und fair und wartet mit dem Abfeuern der Polenböller, bis der Kinderwagen sicher im Keller steht. Find ich kreativ, denn zur Jahresablöse kann ja jeder. Neulich klingelte einer.
"Hier, Friedensware ausm Osten!"
Ich war baff und jodelte; "Danke!" -
Tragt die Nickis mit dem sabbernden Pitbull!
@ 13. Okt. 2011. – 12:04:39
In der taz läuft gerade eine virtuelle Hauerei wegen eines Artikels über ein kürzlich erschienenes Buch namens "Lassen sie mich durch, ich bin Mutter".
In der Kommentarspalte darunter knallt es mächtig und gewaltig und die ertappten Westtanten fühlen sich auf den Sabberlatz getreten und schwadronieren vom Holocaust und vom Ku Klux Klan. Dabei dachten sie immer, im Prenzlauer Berg hätte die Zone Stil. Nicht so verhuscht wie die Uckermark oder so brutal wie Schloss Sangzohzsie in Potsdam, der selbsternannten brandenburgischen Perle. Dumm gelaufen, also Westschnute zu!
Da sich auch Ostler vermehren und beim freiwilligen Zwangsumzug zwangsläufig ihren Schiebebock ein letztes Mal durch den Prenzlauer Berg schieben, vielleicht ein paar Überlegungen, um nicht als Schwabeneltern mit Saisongemüsemundgeruch vom Abschnittsbevollmächtigten angesprochen zu werden.
Ostler, kauft verruchte Nickis! Draufstehen sollte: Pitbull oder Hoolywear, Katgorie C oder Zahnfee (mit Schlagring drunter), Sektion Ost oder schlicht Ostler (mit Stasiwappen), Lonsdale mit Schreibfehler oder irgendwas Schwarz- weiß-rotes (z.B. Brigadefeier in Altpreussen - Ich war dabei!). Konsequent kommt auch "Bomben auf Stuttgart 21 und Umgebung", oder einfach, "Dont call it T-shirt", für die Veganerfraktion ostseits der Elbe.
Nicht zu vergessen natürlich die Kippe in der einen und die Pulle Berliner Pilsener in der anderen Kralle. Passt besser zum Anti- Tannenzäpfle Nicki. -
Zivilation Fußballplatz
@ 30. Sep. 2011. – 18:46:42
Mal wieder unter Leute, mal wieder frische Luft schnuppern. Am Sonntag ab ins Mommsenstadion, wir zweieinhalbhundert Fans kommen eh, egal ob Regionalliga oder Verbandsliga. Egal ob Lichtenberg 47 oder Real Barcelona. Schön zivilisert im No Nameland. Kein Gejammer, nur Gemotze.
Erholung von den Schrulligkeiten außerhalb. Wenn früh der Bus hält steigen nicht nur mehr oder weniger motivierte Arbeitnehmer ein. Das zukünftige Schmierfett der Reproduktion geht noch zur Schule, tritt meißt im Mob auf und hat zu früher Stunde viel zu erzählen. Eine Abschussaspirantin schien das letzte Wochenende knapp überlebt zu haben. Nach dem sie die Story schon getwittert hatte, berichtete sie ihren Klassenkaspern die gruseliges Geschichte live und frei vorgetragen.
"Eyyyh, und der nächste Mc Donalds war viiier Kilometer entferhernt! Es war so eeendcrass!"
Derweil hatte mein Klopper von Statistik-Buch meine Stullen im Rucksack verunstaltet. Der dicke Ordner besorgte den Rest. Püriertes Käse-Graubrot-Gemansche. Endzeitstimmung in der Frühstückspause. Dafür schmeckte die Streuselschnecke vom Fließbandbäcker voll endcrass. -
Danke, danke Reproduktion
@ 03. Jul. 2011. – 01:35:02
Ein Ausflug zu Muttern ist wie ein Feiertagsbesäufnis mit anschließender Fahrerlaubnisprüfung im praktischen Bereich. Schlußletztendlich dreht sich alles irgendwie um jenes und so weiter...
Einparken in drei oder noch mehreren Zügen.
Balkonwetter ist angesagt, der Aschenbecher ist fürsorglich postiert. Wind von rechts, Regen von links. Wind von links, Regen von rechts. Erst kommt der Montag und dann der Donnerstag. Kalender in spe und Meterologie lügen nie!
Zwei Fans im Vogtland rasten zwar nicht gleich völlig aus, mein VFC-Didgeridu bleibt aber trotzdem nicht ganz ohne Lobhudelei:http://forum.vogtlandstadion.de/viewtopic.php?f=5&t=3439
"Wie es sich für richtige Eltern gehört, hingen wir schon mittags vor dem Fernseher rum.":
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Vogtland anfOIern
@ 13. Mai. 2011. – 22:28:08
Der Prenzlauer Berg ist da am schönsten, wo meistens nichts los ist. Friedrich Ludwig Jahn Sportpark, die Zuflucht des Yuppie-resistenten Erholungssuchenden. Ein paar Ausdauerläufer, ein paar Hundebesitzer, das wars. Hin und wieder spielt ein unterklassiger Fußballverein gegen einen anderen Tretminenclub ein lockeres Gebolze auf einem der Nebenplätze aus. Frühsommerliches Unterklassentätärä bei freiem Eintritt. Mit einmonatigem Anhang ein flotter Anlaufpunkt, wenn das Vereinsstadion des Herzens aus erziehungstechnischen Gründen noch zu weit entfernt ist. Charlottenburg liegt manchmal hinterm Mond und Tennis Borussia spielt gefühlt intergalaktisch.
Mit Neugeborenem in der Vierradschaukel ging es an einem Samstag im Mai in Richtung Jahnstadion, auch meene Madame war dabei.
Wie es sich für richtige Eltern gehört, hingen wir schon mittags vorm Fernseher rum. Auf dem rbb-Videotext kündete die Tafel 226 ein unerwartetes Highlight an. Hertha zwei gegen den VFC Plauen. Ich erahnte Sonne im Gesicht und Vogtland im Herzen.
"Kiek mal, Plauen is in Preußen. Lass uns hin schlendern!"
Bei ihr kamen Heimatgefühle auf.
"Gönn wa ja machen. Aber der Gleene muss mit!"
Am Einlass, dort, wo früher olle Mielke per Volvo hoch gegondelt wurde um seinen BFC zu sehen, ging es schon los. Die Einlassonkels verwehrten dem Fünfmonatigen zwar nicht den Einlass, aber sein Teutonia-Schiebevolvo sollte draussen bleiben. Aus meiner Wochenendlaune wurde Feiertagscholerik.
"Typisch Hertha. Los, wir jehn wieder!"
Meine Herzdame brachte den von mir vorher eingebläuten Fragesatz zeitlich deplatziert. Ihr Dialekt sollte uns eigentlich in den Ostblock befördern.
"Wo issn hier der Gästebereich?"
Nach einigem Hin und Her gaben sich die Kontrollfritzen kulant und ließen schließlich das Oberteil mit rein. Ich bastelte erst am Schiebebock, schleppte schließlich den Liegebereich. Der Sprössling wurde von seiner Leibeigenen in die Ballarena getragen. Kleiner König. Und es war Fußball, zum ersten mal im Leben. Nicht ganz, schon am revolutionären Maiwochenende weilten wir bei Empor Berlin, gleich nebenan auf einem der Nebenplätze. Da, wo der Trainer auch Linienrichter ist und die Spieler manchmal alles mögliche sein wollen.
Nischt los in Mielkes ehemaliger Ertüchtigungsanstalt, gelangweilte Bullen und kaum Herthaner. Die meisten von denen weilten derweil in Aue um den längst durchgewunkenen Aufstieg ihrer Alphatruppe zu begießen. Die mitgereisten Vogtlanddesperados hingegen traten in fünfzigprozentiger Hundertschaftstärke in der ehemaligen Hauptstadt an. Einige jung und etwas laut, Einige alt und nicht ganz leise. Wir verpflanzten uns auf die Pressesitze, der kleine Krakeeler begann einen Schweigestreik und schlief pünktlich zum verspäteten Anpfiff ein. Der Plauener Anhang wurde lauter.
"Vaauu eef cää!"
Der Besuch aus der Heimat war meiner Liebsten weder peinlich noch irgendwas anderes. Keine Bekannten, auch nicht vom sehen. Im Strafraum trotzte eine stoische Taube dem Anrennen von Vogtlandsportlern und Hertha-Nachwuchs. Abgebrüht wie ein Suppenhuhn, desinteressiert wie ein Berliner in der U-Bahn. Überfall? Geht mich nichts an.
In der Halbzeit eroberte ich eine Bockwurst für unseren kleinen Fußballmob. Der Hertha-DJ sparte sich jegliche Unterhaltung, die Stadionboxen blieben stumm. Plauen führte inzwischen, ein Mitgereister kumpelte mich an.
"Nüü, uff de Bunkte gönnta ja verzichtn!"
Da hielt der Plauener Polofan mich doch tatsächlich für einen Herthino. Da halfen nur regionalligataugliche Informationen.
"Meene Freundin kommt aus eurer Ecke und ick bin heute fürn Vau Ef Ce."
Er lachte und strahlte und erzählte noch etwas von schönsten Frauen aus Plauen und schönem Muttertag. Völkerverständigung in Prenzlauer Berg. Plauen ist Spitzenstadt, Berlin bleibt Häkeldorf. OI! -
Anpfiff Umschulung
@ 05. Apr. 2011. – 19:10:07
Die Schule ein architektonischer Unfall aus den Westberliner 70ern, im Eingangsbereich ist der Mief der angesiedelten Currywurstklitsche ein morgendlicher Schwinger in die Magenkuhle. Lässig stehen wir auf der Wilmersdorfer, der hässlichsten Einkaufsmeile der Stadt und verplempern unsere Pausen. Ganz normale Leute in einer ganz normalen Bildungsmaßnahme. Alles neu, keiner kennt den anderen. Beschnuppern ist angesagt.
"Was machste so?"
"Ick jeh zum Fußball. Und ihr?"
"Kipp'n aus Pol'n roochen."
"Pro sieben Comedyabend."
"Meen Oller."
"Mundart schwädze mit de Familie."
Jut. Könn wa wieder hoch jehn?" -
Freiheit, Gleichheit, Brandenburg
@ 01. Jan. 2011. – 20:37:28
Ganz unspektakulär und wie ein Stubenhocker schlotterte ich mich durch den Jahreswechsel. Das Bleigießen verhieß nichts gutes denn das Sichelmotiv war eindeutig und kündigt laut Gebrauchsanweisung ein gruseliges Highlight an. Gruseliger war nur der überdrehte "Nacht aller Nächte"-Mob auf der Straße.
Neues Jahr, erster Tag, warum also nicht einen schönen Ausflug in den Berliner Speckgürtel machen. Dahin, wo noch berlinert wird und der Bäcker auch am Feiertag Brotrestebeutel an Leute verkauft, die Enten und Schwäne dabei unterstützen wollen, auch im Winter nicht zu verhungern. Alles möglich in Märkisch Oderland, in Woltersdorf Schleuse. Irgendwie idyllisch, Stadtrandromantik pur. An- und Abreise per Straßenbahn-Oldtimer und pünktlich auf die Minute. Im direkten Vergleich hatte die Berliner S-Bahn nicht den Hauch einer Chance. Und solange nicht irgendein verstrahlter Hauptstadtmagazin-Schreiberling den Woltersdorfer Schleusenkiez als schrubbeligen Insidertipp in einem Artikel verwurstet, wird es wohl dort noch eine Weile so beeindruckend unaufgeregt bleiben. Schick!
Selbst der Enten fütternde Unioner war nicht auf einen Hauptstadt-Fußball beruhenden Streit aus. Rustikale Bedienung im örtlichen Cafe und Kartoffelsalat auf dem Teller, was will man mehr.
Freiheit, Gleichheit, Brandenburg... -
Vogtland gegen Preußen unentschieden (Wunschlisten-Schubidu)
@ 28. Dez. 2010. – 14:39:40
"Vier Eier legende Hühner wünsch ich mir!"
"Wieso?"
"Na rechne doch mal durch."
"Na ick hätt jern `n Esel!"
"Was willsde denn mid'n Esel? Ich will een Bien'nstock!"
"Und wer soll sich die janz'n Namen merken? Mit dem Esel könnte man schön spazier'n jeh'n."
"Aber der Esel macht kein Honich, Honey!"
"Auf Karpfensuppe hätt ick mal wieder Appetit."
"Siehsde! Gönnde man zum Fischer geh'n, mit zwei Gläser Honich und sag'n: Hier, zwei Gläser Honich, ein Garpf'n bidde!"
"Ja, ja, Bremer Stadtmusikanten. Ick fütter jetz die Katze."